Seelsorge für alle: Barrieren abbauen – Begegnung ermöglichen
Menschen suchen Seelsorge aus unterschiedlichen Gründen: weil sie trauern oder in einer Krise stecken, eine Entscheidung treffen müssen, nach Sinn oder nach Gott fragen – oder einfach jemanden brauchen, der zuhört.
Seelsorge soll für alle Menschen zugänglich sein. Behinderungen, psychische Belastungen oder Erkrankungen, Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen oder andere Voraussetzungen dürfen den Zugang zu seelsorglicher Begleitung nicht erschweren.
Doch was braucht es, um Barrieren abzubauen und inklusive Seelsorge zu ermöglichen?
Barrieren beginnen nicht erst an der Tür
Bei Barrierefreiheit denken wir häufig zuerst an den Ort, an dem Seelsorge stattfindet:
Gibt es Stufen?
Ist der Raum mit einem Rollstuhl erreichbar?
Gibt es eine barrierefreie Toilette?
Das ist wichtig. Aber der Zugang zur Seelsorge beginnt viel früher.
Können Menschen überhaupt erfahren, dass es ein Seelsorgeangebot gibt?
Sind die Informationen darüber verständlich und zugänglich?
Gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, Kontakt aufzunehmen – zum Beispiel telefonisch, schriftlich oder digital?
Und können Menschen mitteilen, was sie für eine gute seelsorgliche Begegnung benötigen?
Auch Zeit kann eine Barriere sein. Manche Menschen brauchen länger, um ihre Gedanken zu formulieren oder sich auf eine neue Situation einzustellen. Andere benötigen Pausen oder können seelsorgerische Angebote nur zu bestimmten Tageszeiten gut nutzen.
Seelsorge sollte deshalb nicht nur mögliche Barrieren in Räumen, sondern auch bei Informationen, Kontaktwegen, Zeiten, Formaten und Abläufen in den Blick nehmen.
Seelsorge kann auch zu den Menschen kommen
Nicht alle Menschen können oder möchten ein Gemeindehaus, eine Beratungsstelle oder ein Pfarrbüro aufsuchen. Wege können zu weit, Räume nicht zugänglich oder die Hürde, an einen unbekannten Ort zu kommen, zu groß sein.
Inklusive Seelsorge fragt deshalb auch:
Müssen die Menschen immer zu uns kommen – oder können wir zu ihnen gehen?
Seelsorge kann zu Hause, in einer Wohneinrichtung, im Krankenhaus oder an einem anderen vertrauten Ort stattfinden. Auch telefonische, digitale oder schriftliche Seelsorge kann Zugänge eröffnen. Entscheidend ist ein Rahmen, in dem Begegnung und ein vertraulicher Austausch möglich sind.
Kommunikation kann unterschiedlich sein
Ein seelsorglicher Kontakt lebt von Kommunikation. Aber Kommunikation bedeutet nicht für alle Menschen dasselbe.
Manche Menschen brauchen Leichte oder Einfache Sprache.
Andere kommunizieren in Gebärdensprache oder mit Unterstützter Kommunikation.
Manche Menschen können sich schriftlich besser ausdrücken als mündlich.
Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigungen benötigen möglicherweise andere Rahmenbedingungen.
Auch neurodivergente Menschen oder Menschen mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen können unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Inklusive Seelsorge bedeutet deshalb nicht, eine besondere Gesprächsmethode für alle zu erlernen. Es geht um die Bereitschaft, unterschiedliche Wege der Kommunikation zu ermöglichen. Nicht der Mensch muss sich an die Seelsorge anpassen. Seelsorge sollte Wege finden, Begegnung und Kommunikation zu ermöglichen.
Seelsorge braucht nicht immer viele Worte
Seelsorge wird häufig als Gespräch verstanden. Doch Begegnung und Verständigung sind auch ohne viele Worte möglich.
Manchmal kann es hilfreich sein, gemeinsam zu schweigen, eine Kerze anzuzünden, ein Bild anzuschauen oder Musik zu hören. Auch ein Gebet, ein Segen, eine Geste oder ein Symbol können ausdrücken, wofür Worte fehlen.
Für manche Menschen sind Bilder, Gebärden, Symbole oder andere Formen des Ausdrucks ohnehin ein selbstverständlicher Teil ihrer Kommunikation.
Dabei gilt auch hier: Nicht jede Form passt für jeden Menschen. Was als tröstlich oder stärkend erlebt wird, ist individuell. Auch ein Gebet, eine Berührung oder ein religiöses Symbol sollte deshalb nicht selbstverständlich vorausgesetzt, sondern angeboten und mit der Person abgestimmt werden.
Inklusive Seelsorge nimmt unterschiedliche Ausdrucksformen ernst. Sie sollte Raum schaffen für Worte und für Stille, für Sprache und andere Formen der Kommunikation – und manchmal auch einfach für das gemeinsame Dasein.
Fragen statt voraussetzen
Seelsorgende können und müssen nicht für jede Behinderung, Erkrankung oder Form der Kommunikation Expert*innen sein.
Wichtiger ist die Bereitschaft nachzufragen:
Was brauchen Sie, damit wir uns gut verständigen können?
Gibt es etwas, das unsere Begegnung für Sie erleichtert?
Solche Fragen lassen Raum für individuelle Antworten, denn auch Menschen mit derselben Behinderung können ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Inklusive Seelsorge bedeutet deshalb, nicht vorschnell zu wissen, was für einen anderen Menschen gut oder hilfreich ist. Sie sollte Menschen mit ihren eigenen Erfahrungen ernst nehmen und gemeinsam mit ihnen nach einem passenden Weg suchen.
Seelsorge auf Augenhöhe
Menschen mit Behinderungen sind nicht in erster Linie Menschen, die Hilfe oder Fürsorge benötigen. Sie kommen in die Seelsorge mit ihren Erfahrungen und Beziehungen, ihren Fähigkeiten und Ressourcen, ihren Fragen und Hoffnungen – und mit ihrem eigenen Glauben oder ihren Zweifeln.
Seelsorge auf Augenhöhe bedeutet deshalb auch, die eigenen Vorstellungen und Bilder von Behinderung zu hinterfragen.
Das gilt besonders dort, wo Glaube, Behinderung und Heilung miteinander verbunden werden. Ein ungefragtes Gebet um Heilung oder die Vorstellung, eine Behinderung müsse überwunden werden, kann verletzend sein. Sie kann vermitteln, dass ein Leben mit Behinderung ein Leben ist, das eigentlich anders sein sollte.
Inklusive Seelsorge respektiert deshalb die Deutungshoheit des Menschen über das eigene Leben. Die Person selbst entscheidet, was sie als belastend erlebt, worüber sie sich austauschen möchte, was sie verändern möchte – und auch, wofür gebetet werden soll.
Wenn andere Menschen dabei sind
Manchmal sind Angehörige, Assistenzpersonen oder Gebärdensprachdolmetscher*innen bei einem seelsorgerischen Gespräch dabei. Auch dann bleibt die Person, die Seelsorge sucht, das Gegenüber.
Die Kommunikation richtet sich möglichst direkt an sie. Gemeinsam wird geklärt, welche Unterstützung gewünscht ist und wer bei der seelsorgerischen Begegnung dabei sein soll.
Selbstbestimmung und Vertraulichkeit
Inklusive Seelsorge nimmt Menschen als selbstbestimmte Personen ernst. Das gilt selbstverständlich auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder kognitiven Beeinträchtigungen.
Damit Menschen selbst entscheiden können, braucht es verständliche und zugängliche Informationen. Seelsorgende sollten vermitteln, was Seelsorge ist, was bei einer seelsorglichen Begegnung geschehen kann und wie mit dem Anvertrauten umgegangen wird. Dabei sollten sie Kommunikations- und Ausdrucksformen nutzen, die für die jeweilige Person passend sind. Dazu können Leichte oder Einfache Sprache ebenso gehören wie Bilder, Symbole, Gebärden oder andere Formen Unterstützter Kommunikation.
Auch während einer seelsorglichen Begegnung ist es wichtig, darauf zu achten, ob die Person die Begegnung und das, was gerade geschieht, möchte und sich damit wohlfühlt. Zustimmung ist nicht nur eine einmalige Frage zu Beginn. Menschen dürfen ein Thema oder ein Angebot ablehnen, eine Pause brauchen oder die Begegnung beenden. Zustimmung und Ablehnung können dabei auch ohne Worte zum Ausdruck gebracht werden.
Wenn andere Personen die Kommunikation unterstützen, bleibt die Person selbst das Gegenüber der Seelsorge. Unterstützung darf nicht dazu führen, dass über ihren Kopf hinweg kommuniziert oder entschieden wird.
Für inklusive Seelsorge gilt selbstverständlich das Seelsorgegeheimnis. Was Menschen in der Seelsorge anvertrauen, ist geschützt. Sind weitere Personen an der seelsorglichen Begegnung beteiligt, etwa zur Assistenz oder zur Unterstützung der Kommunikation, muss auch in dieser Situation die Vertraulichkeit gewahrt werden.
Inklusive Seelsorge bedeutet deshalb auch, immer wieder zu fragen:
Versteht die Person, was gerade geschieht?
Kann sie ihre Wünsche und Bedürfnisse auf ihre Weise zum Ausdruck bringen?
Werden ihre Zustimmung und ihre Ablehnung wahrgenommen und respektiert?
Und bekommt sie die Unterstützung, die sie dafür braucht?
Eine Haltung des Zuhörens und Lernens
Inklusive Seelsorge und der Abbau von Barrieren bedeuten nicht, für jede Situation bereits die perfekte Lösung zu kennen. Auch Seelsorgende werden auf Situationen treffen, in denen sie unsicher sind oder zunächst nicht wissen, welcher Weg der richtige ist.
Entscheidend ist die Bereitschaft, zuzuhören, wahrzunehmen, nachzufragen und gemeinsam passende Wege zu suchen.
Vielleicht beginnt inklusive Seelsorge deshalb mit einer ganz einfachen Frage:
Was brauchen Sie, damit wir einander gut begegnen können?
Und mit der Bereitschaft, die Antwort darauf wirklich ernst zu nehmen.
Text in Einfacher Sprache: Seelsorge für alle - Barrieren abbauen – Begegnung ermöglichen
Was ist Seelsorge?
Manchmal geht es einem Menschen nicht gut.
Vielleicht ist der Mensch traurig.
Vielleicht hat der Mensch Angst.
Vielleicht ist etwas Schlimmes passiert.
Vielleicht muss der Mensch eine schwere Entscheidung treffen.
Oder der Mensch hat Fragen.
Zum Beispiel:
Was ist mir wichtig?
Was gibt mir Hoffnung?
Wo ist Gott in meinem Leben?
Dann kann Seelsorge gut tun.
Seelsorge bedeutet:
Ein Mensch ist für einen anderen Menschen da.
Er hört zu.
Er nimmt sich Zeit.
Gemeinsam können die Menschen über Sorgen und Fragen nachdenken.
Oder über Hoffnung und den Glauben.
Sie können auch gemeinsam schweigen.
Oder gemeinsam beten.
Seelsorge ist für alle Menschen da.
Auch Menschen mit Behinderungen sollen Seelsorge gut nutzen können.
Dafür müssen wir Barrieren erkennen.
Und wir müssen versuchen, Barrieren abzubauen.
Nicht alle Barrieren können immer sofort abgebaut werden.
Darum ist wichtig:
Wir fragen die Person: Was brauchen Sie?
Barrieren gibt es an vielen Stellen
Oft wird von Barriere-Freiheit gesprochen.
Barriere-Freiheit bedeutet:
Menschen sollen Angebote ohne Hindernisse nutzen können.
Das ist ein wichtiges Ziel.
Aber Menschen brauchen unterschiedliche Dinge.
Darum können wir nicht immer vorher wissen:
Ist ein Angebot für alle Menschen ohne Barrieren?
Deshalb ist wichtig:
Wir fragen nach.
Wir erkennen Barrieren.
Und wir versuchen, Barrieren abzubauen.
Bei Barriere-Freiheit denken viele Menschen zuerst an Gebäude.
Zum Beispiel:
Gibt es einen Eingang ohne Stufen?
Kommt man mit einem Rollstuhl in den Raum?
Gibt es eine barriere-freie Toilette?
Das ist wichtig.
Aber es gibt noch andere Barrieren.
Zum Beispiel:
Sind die Informationen über die Seelsorge gut verständlich?
Kann man auf verschiedenen Wegen Kontakt aufnehmen?
Zum Beispiel:
am Telefon,
mit einer E-Mail,
mit einer Nachricht im Internet.
Auch Zeit kann eine Barriere sein.
Manche Menschen brauchen mehr Zeit.
Manche Menschen brauchen Pausen.
Manche Menschen brauchen einen ruhigen Raum.
Darum schauen wir nicht nur auf den Raum.
Wir schauen auch auf Informationen.
Auf die Möglichkeiten für Kontakt.
Auf die Zeit.
Und auf das, was ein Mensch braucht.
Seelsorge kann zu den Menschen kommen
Nicht alle Menschen können zu einem Seelsorge-Angebot kommen.
Vielleicht ist der Weg zu weit.
Vielleicht gibt es dort Barrieren.
Vielleicht fühlt sich ein Mensch an einem anderen Ort wohler.
Darum kann Seelsorge auch an anderen Orten stattfinden.
Zum Beispiel:
zu Hause,
in einer Wohn-Einrichtung,
im Krankenhaus,
an einem vertrauten Ort.
Seelsorge kann auch am Telefon stattfinden.
Oder im Internet.
Oder man kann sich schreiben.
Wichtig ist:
Der Ort und die Form müssen für die Person passen.
Menschen verständigen sich auf unterschiedliche Weise
Menschen sprechen und verstehen unterschiedlich.
Manche Menschen brauchen Leichte Sprache.
Manche Menschen sprechen mit Gebärden-Sprache.
Gebärden-Sprache ist eine eigene Sprache.
Sie wird mit den Händen, dem Gesicht und dem Körper gesprochen.
Manche Menschen nutzen Bilder oder Symbole.
Manche Menschen schreiben lieber.
Andere Menschen brauchen mehr Zeit.
Es gibt viele Möglichkeiten.
Darum ist wichtig:
Nicht der Mensch muss sich an die Seelsorge anpassen.
Die Seelsorge muss Wege finden, damit eine gute Begegnung möglich ist.
Seelsorge braucht nicht immer Worte
Bei Seelsorge denken viele Menschen an ein Gespräch.
Aber Seelsorge kann noch mehr sein.
Menschen können gemeinsam schweigen.
Sie können eine Kerze anzünden.
Sie können ein Bild anschauen.
Sie können Musik hören.
Sie können gemeinsam beten.
Oder einen Segen bekommen.
Ein Segen bedeutet:
Ein Mensch sagt einem anderen Menschen gute Worte von Gott zu.
Auch Gesten und Gebärden können wichtig sein.
Manchmal tut es einfach gut:
Ein anderer Mensch ist da.
Aber nicht alle Menschen mögen die gleichen Dinge.
Zum Beispiel:
Nicht alle Menschen möchten berührt werden.
Nicht alle Menschen möchten beten.
Darum muss die Person immer gefragt werden.
Die Person entscheidet selbst:
Was tut mir gut?
Fragen statt einfach entscheiden
Seelsorgende können nicht alles wissen.
Sie müssen auch nicht jede Behinderung genau kennen.
Aber sie können fragen:
Was brauchen Sie?
Wie können wir uns gut verständigen?
Was macht unsere Begegnung für Sie leichter?
Das ist wichtig.
Denn jeder Mensch ist anders.
Auch zwei Menschen mit der gleichen Behinderung können ganz unterschiedliche Dinge brauchen.
Darum sollen Seelsorgende nicht einfach entscheiden:
Das ist bestimmt gut für diese Person.
Sie sollen die Person fragen.
Und sie sollen die Antwort ernst nehmen.
Seelsorge auf Augen-Höhe
Menschen mit Behinderungen brauchen nicht immer Unterstützung.
Sie haben eigene Erfahrungen.
Sie haben Fähigkeiten.
Sie haben Wünsche und Hoffnungen.
Und sie haben eigene Gedanken über Gott und den Glauben.
Diese Gedanken sind wichtig.
Manchmal denken Menschen:
Eine Behinderung muss geheilt werden.
Vielleicht möchten sie deshalb für die Heilung eines Menschen beten.
Aber die Person mit Behinderung möchte das vielleicht gar nicht.
Vielleicht gehört die Behinderung für die Person zu ihrem Leben.
Darum ist wichtig:
Die Person entscheidet selbst, was sie belastet.
Die Person entscheidet selbst, worüber sie sich austauschen möchte.
Und die Person entscheidet selbst, wofür gebetet werden soll.
Wenn andere Menschen dabei sind
Manche Menschen möchten oder brauchen Unterstützung bei der Seelsorge.
Diese Unterstützung kann auch Assistenz heißen.
Assistenz bedeutet:
Ein Mensch bekommt Unterstützung bei Dingen,
bei denen er Unterstützung möchte oder braucht.
Zum Beispiel durch:
eine Assistenz-Person,
eine Gebärden-Sprach-Dolmetscherin oder einen Gebärden-Sprach-Dolmetscher,
einen anderen vertrauten Menschen.
Trotzdem ist wichtig:
Die Person selbst steht im Mittelpunkt.
Seelsorgende wenden sich direkt an die Person.
Nicht nur an die Begleit-Person.
Die Person entscheidet auch:
Wer soll bei der Seelsorge dabei sein?
Selbst bestimmen und geschützt sein
Jeder Mensch soll möglichst selbst entscheiden können.
Das nennt man Selbst-Bestimmung.
Damit ein Mensch selbst entscheiden kann,
muss der Mensch verstehen:
Was ist Seelsorge?
Was kann bei der Seelsorge passieren?
Was passiert mit den Informationen?
Dafür müssen die Informationen gut verständlich sein.
Vielleicht braucht die Person Leichte Sprache.
Vielleicht braucht sie Bilder oder Symbole.
Vielleicht braucht sie Gebärden.
Menschen dürfen auch Nein sagen.
Sie dürfen ein Thema ablehnen.
Sie dürfen eine Pause machen.
Sie dürfen die Begegnung beenden.
Ein Nein muss nicht immer mit Worten gesagt werden.
Menschen können auch anders zeigen:
Das möchte ich nicht.
Seelsorgende müssen darauf achten.
Seelsorge ist vertraulich
Was ein Mensch in der Seelsorge erzählt oder zeigt, ist persönlich.
Seelsorgende gehen damit vertraulich um.
Das bedeutet:
Sie erzählen persönliche Dinge nicht einfach anderen Menschen weiter.
Manchmal erfahren Seelsorgende:
Ein Mensch ist in Gefahr.
Oder ein Mensch erlebt Gewalt.
Dann kann es nötig sein,
weitere Unterstützung zu holen.
Dafür gibt es Regeln.
Seelsorgende müssen diese Regeln kennen.
Sie sollen der Person erklären,
was jetzt passiert.
Die Person soll möglichst gut beteiligt werden.
Denn:
Schutz und Selbst-Bestimmung gehören zusammen.
Immer wieder fragen
Inklusive Seelsorge bedeutet auch:
Seelsorgende achten auf die Person.
Sie fragen sich immer wieder:
Versteht die Person, was gerade passiert?
Kann die Person ihre Wünsche auf ihre Weise zeigen?
Erkenne und respektiere ich ein Ja oder ein Nein?
Bekommt die Person die Unterstützung, die sie braucht?
Gemeinsam lernen
Inklusive Seelsorge muss nicht immer sofort perfekt sein.
Manchmal wissen auch Seelsorgende nicht sofort,
was ein Mensch braucht.
Dann können sie fragen.
Sie können zuhören.
Sie können genau hinschauen.
Und sie können gemeinsam mit der Person einen Weg finden.
Eine wichtige Frage ist:
Was brauchen Sie, damit wir einander gut begegnen können?
Und dann ist wichtig:
Die Antwort ernst nehmen.
Hinweis:
Dieser Text orientiert sich an den Regeln der Leichten Sprache.
Er wurde NICHT von Menschen mit Lernschwierigkeiten geprüft.
Wichtige Wörter in diesem Text:
Seelsorge
Bei der Seelsorge ist ein Mensch für einen anderen Menschen da.
Er hört zu und nimmt sich Zeit.
Es kann um Sorgen und Fragen gehen.
Oder um Hoffnung und den Glauben.
Seelsorge braucht nicht immer Worte.
Barriere-Freiheit
Barriere-Freiheit bedeutet:
Menschen sollen Angebote ohne Hindernisse nutzen können.
Menschen brauchen unterschiedliche Dinge.
Darum ist wichtig:
Wir fragen nach.
Wir erkennen Barrieren.
Und wir versuchen, Barrieren abzubauen.
Gebärden-Sprache
Gebärden-Sprache ist eine eigene Sprache.
Sie wird mit den Händen, dem Gesicht und dem Körper gesprochen.
Segen
Bei einem Segen sagt ein Mensch einem anderen Menschen gute Worte von Gott zu.
Assistenz
Assistenz bedeutet Unterstützung.
Eine Assistenz-Person unterstützt einen Menschen bei Dingen,
bei denen der Mensch Unterstützung möchte oder braucht.
Selbst-Bestimmung
Selbst-Bestimmung bedeutet:
Ein Mensch entscheidet möglichst selbst über sein Leben.
Der Mensch entscheidet auch,
was er möchte.
Und was er nicht möchte.
Die vielfältigen Recherchen für die Reihe "Kirche ohne Barrieren" hat Maret Zedler (FÖJ bei der Infostelle Klimagerechtigkeit) durchgeführt.