20 Jahre UN-BRK: Wo steht Deutschland heute?

Fortschritte auf dem Weg zur Inklusion

Vor 20 Jahren verabschiedeten die Vereinten Nationen die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Deutschland ratifizierte sie im Jahr 2009 und verpflichtete sich damit, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fördern.

Seitdem hat sich vieles verändert. Inklusion und Barrierefreiheit sind heute deutlich stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert. Rechte auf Teilhabe wurden gestärkt, Aktionspläne entwickelt und die Barrierefreiheit von Gebäuden, Angeboten und digitalen Medien stärker in den Blick genommen.

Auch die Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen hat an Bedeutung gewonnen. Der Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“ prägt zunehmend politische und gesellschaftliche Diskussionen.

Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen des UN-Fachausschusses:
Die Ziele der UN-BRK sind noch nicht erreicht. Viele Menschen stoßen weiterhin auf Barrieren im Alltag, in der Bildung, auf dem Arbeitsmarkt oder bei der politischen und gesellschaftlichen Beteiligung.

Teilhabe ermöglichen – was die UN-BRK von uns erwartet

Die UN-BRK beschreibt nicht nur Rechte, sondern auch einen Perspektivwechsel. Sie fragt nicht, wie Menschen mit Behinderungen sich an bestehende Strukturen anpassen können. Sie fragt vielmehr, wie Strukturen gestaltet werden müssen, damit alle Menschen selbstverständlich dazugehören können.

Teilhabe bedeutet dabei mehr als Zugang zu einem Gebäude. Teilhabe heißt mitentscheiden, mitgestalten und das eigene Leben möglichst selbstbestimmt führen zu können.

Gerade deshalb bleibt die Umsetzung der UN-BRK eine aktuelle Aufgabe. Angesichts knapper finanzieller Ressourcen und gesellschaftlicher Spannungen weisen Menschen mit Behinderungen und ihre Verbände darauf hin, dass Inklusion nicht selbstverständlich ist. Unterstützungsangebote, Barrierefreiheit und Beteiligungsmöglichkeiten brauchen weiterhin Aufmerksamkeit und Engagement.

Die UN-BRK erinnert uns daran, dass Inklusion kein abgeschlossenes Projekt ist. Sie bleibt ein Auftrag, Barrieren abzubauen, Ausgrenzung entgegenzuwirken und Teilhabe für alle Menschen zu ermöglichen.

Die vielfältigen Recherchen für die Reihe "Kirche ohne Barrieren" hat Maret Zedler (FÖJ bei der Infostelle Klimagerechtigkeit) durchgeführt.

Auf dem Bild ist die FÖJlerin Maret Zedler zu sehen, sie hat braune, halblange Haare und lächelt in die Kamera. Maret trägt eine rote Winterjacke, im Hintergrund ist eine schneebedeckte Landschaft zu sehen.

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