Kirche ohne Barrieren – 20 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention
Ist unsere Kirche wirklich für alle zugänglich?
Was bedeutet Teilhabe im Alltag?
Und welche Barrieren bestehen oft noch, ohne dass wir sie wahrnehmen?
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der UN-Behindertenrechtskonvention starten wir die Reihe „Kirche ohne Barrieren“.
In kurzen Beiträgen werfen wir einen Blick auf Inklusion, Barrierefreiheit, Gebärdensprache, verständliche Sprache, inklusive Seelsorge und viele weitere Themen. Dabei geht es nicht nur um Informationen, sondern auch um die Frage, wie Kirche ein Ort sein kann, an dem alle Menschen selbstverständlich dazugehören.
Text in Einfacher Sprache: Kirche ohne Barrieren
Kann jede Person in der Kirche mitmachen?
Gibt es Dinge, die Menschen ausschließen?
Wie kann Kirche für alle Menschen da sein?
Vor 20 Jahren haben viele Länder ein wichtiges Abkommen gemacht.
Das Abkommen heißt:
UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
Die Abkürzung ist:
UN-BRK.
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In dem Abkommen steht:
Menschen mit Behinderungen haben die gleichen Rechte wie alle anderen Menschen.
Alle Menschen sollen überall mitmachen können.
Das nennt man:
Inklusion.
Darum gibt es diese neue Reihe auf unserer Internet-Seite.
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Die Reihe heißt:
Kirche ohne Barrieren.
Die Beiträge sind kurz und gut verständlich.
Es geht zum Beispiel um:
Barriere-Freiheit
Gebärden-Sprache
verständliche Sprache
Seelsorge für alle Menschen
Teilhabe in der Kirche
Wir zeigen gute Beispiele.
Und wir fragen:
Wie kann Kirche ein Ort sein, an dem alle Menschen willkommen sind?
Hinweis: Dieser Text orientiert sich an den Regeln der Leichten Sprache. Er wurde nicht von Menschen mit Lernschwierigkeiten geprüft.
Verschiedene Arten von Behinderungen
Menschen mit Behinderungen erleben im Alltag sehr unterschiedliche Herausforderungen und Barrieren. Körperliche Behinderungen betreffen häufig die Mobilität. Für Rollstuhlnutzende stellen fehlende oder defekte Aufzüge, enge Türen oder fehlende Rampen erhebliche Hindernisse dar. Dadurch wird selbstständige Teilhabe oft erschwert.
Menschen mit Hörbeeinträchtigungen müssen ihre Umgebung häufig besonders aufmerksam beobachten, da akustische Signale nicht oder nur eingeschränkt wahrgenommen werden können. In lauten Umgebungen wie Restaurants oder Veranstaltungen wird Kommunikation zusätzlich erschwert.
Menschen mit Lernschwierigkeiten oder kognitiven Beeinträchtigungen benötigen häufig klare Strukturen sowie verständliche und einfache Informationen. Komplexe Sprache, abstrakte Inhalte oder unübersichtliche Darstellungen können zu Verständnisschwierigkeiten führen.
Psychische Erkrankungen äußern sich sehr unterschiedlich und sind oft nicht sichtbar. Menschen mit Depressionen oder Angststörungen können beispielsweise unter Überforderung, Erschöpfung oder starken Stimmungsschwankungen leiden. Belastende Situationen, Stress oder große Menschenmengen können den Alltag zusätzlich erschweren.
Menschen im Autismus-Spektrum nehmen Reize und soziale Situationen häufig anders wahr. Lärm, unübersichtliche Räume oder spontane Veränderungen können belastend sein. Viele Betroffene profitieren von klaren Strukturen und ruhigen Rückzugsmöglichkeiten.
Die beschriebenen Beispiele machen deutlich, dass Behinderungen sehr unterschiedlich sein können und Menschen im Alltag vor unterschiedliche Herausforderungen stellen. Gleichzeitig entstehen viele Einschränkungen erst durch Barrieren in der Umwelt – etwa durch fehlende Zugänglichkeit, mangelnde Rücksichtnahme oder unverständliche Informationen.
Die UN-Behindertenrechtskonvention lenkt deshalb den Blick nicht nur auf individuelle Beeinträchtigungen, sondern auch auf die Verantwortung der Gesellschaft. Ziel ist es, Barrieren abzubauen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die Teilhabe ermöglichen. Davon profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern letztlich alle Menschen.
Auch für uns als Kirche ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Räume, Angebote und Kommunikation so zu gestalten, dass möglichst viele Menschen selbstverständlich dazugehören und sich mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen können.
Text in Einfacher Sprache: Verschiedene Arten von Behinderungen
Menschen sind verschieden
Menschen mit Behinderungen erleben oft Hindernisse.
Diese Hindernisse heißen:
Barrieren.
Es gibt verschiedene Behinderungen.
Manche Menschen benutzen einen Rollstuhl.
Sie brauchen oft eine Rampe.
Oder einen Aufzug.
Treppen können ein Hindernis sein.
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Manche Menschen hören schlecht.
Oder sie sind gehörlos.
In lauten Räumen können Gespräche schwierig sein.
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Manche Menschen sehen schlecht.
Oder sie sind blind.
Sie brauchen zum Beispiel große Schrift.
Oder Texte zum Anhören.
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Manche Menschen haben Lern-Schwierigkeiten.
Sie brauchen Informationen in einfacher Sprache.
Schwierige Wörter können ein Hindernis sein.
Lange Texte können schwer zu verstehen sein.
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Manche Menschen haben eine psychische Erkrankung.
Das kann sehr unterschiedlich sein.
Manche Menschen fühlen sich schnell erschöpft.
Oder sie fühlen sich schnell überfordert.
Stress kann schwierig sein.
Viele Menschen können schwierig sein.
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Manche Menschen sind Autistinnen oder Autisten.
Sie nehmen ihre Umwelt oft anders wahr.
Lärm kann belastend sein.
Unruhe kann belastend sein.
Klare Abläufe können helfen.
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Alle Menschen sind verschieden.
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Wenn Barrieren abgebaut werden, können mehr Menschen mitmachen.
Das ist wichtig für eine inklusive Gesellschaft.
Und das ist wichtig für eine Kirche, in der alle dazugehören.
Hinweis: Dieser Text orientiert sich an den Regeln der Leichten Sprache. Er wurde nicht von Menschen mit Lernschwierigkeiten geprüft.
Barrieren im Alltag
Barrieren entstehen in vielen Lebensbereichen. Sie betreffen nicht nur Gebäude, sondern auch digitale Angebote, Veranstaltungen und Kommunikation.
Digitale Barrierefreiheit bedeutet, dass Internetseiten und digitale Inhalte für alle Menschen zugänglich und nutzbar sind. Menschen mit Sehbehinderungen benötigen beispielsweise Vorlesefunktionen, Alternativtexte oder vergrößerbare Schrift. Gehörlose Menschen profitieren von Untertiteln oder Gebärdensprachangeboten.
Auch Veranstaltungen können Barrieren enthalten. Fehlende Beschilderungen, enge Wege oder mangelnde Rückzugsmöglichkeiten erschweren die Teilhabe vieler Menschen. Für gehörlose Menschen kann außerdem das Fehlen von Gebärdensprachdolmetschung problematisch sein.
Kommunikation wird zur Barriere, wenn Informationen zu kompliziert oder nur in einer Form angeboten werden. Deshalb sind verständliche Sprache, visuelle Unterstützung, Audioangebote oder Gebärdensprache wichtige Elemente barrierefreier Kommunikation.
Diese Beispiele zeigen, dass Barrierefreiheit viele unterschiedliche Bereiche betrifft und allen Menschen zugutekommen kann.
Die UN-Behindertenrechtskonvention macht deutlich, dass Barrieren nicht einfach individuelle Probleme sind. Häufig entstehen Einschränkungen erst dadurch, dass die Umwelt nicht für alle Menschen zugänglich gestaltet ist. Deshalb ist Barrierefreiheit eine wichtige Voraussetzung für Teilhabe und Selbstbestimmung.
Wer Barrieren abbaut, ermöglicht mehr Menschen die gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Davon profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch ältere Menschen, Familien mit Kindern oder Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen. Barrierefreiheit ist deshalb ein Gewinn für alle und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft.
Text in Einfacher Sprache: Barrieren im Alltag
Barrieren gibt es an vielen Orten
Barrieren sind Hindernisse.
Barrieren können Menschen ausschließen.
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Barrieren gibt es an vielen Orten.
Zum Beispiel im Internet.
Manche Internet-Seiten haben kleine Schrift.
Das ist für manche Menschen schwierig.
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Manche Internet-Seiten können Texte nicht vorlesen.
Auch das kann ein Hindernis sein.
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Manche Videos haben keine Untertitel.
Dann können gehörlose Menschen die Videos nicht gut verstehen.
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Barrieren gibt es auch bei Veranstaltungen.
Manchmal fehlt eine Rampe.
Manchmal fehlen Schilder zur Orientierung.
Dann finden Menschen den Weg nicht gut.
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Manche Menschen brauchen einen ruhigen Ort.
Dort können sie sich ausruhen.
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Auch Sprache kann eine Barriere sein.
Manche Texte sind sehr lang.
Manche Texte haben schwierige Wörter.
Dann können viele Menschen die Texte nicht gut verstehen.
Deshalb sind einfache Informationen wichtig.
Bilder können helfen.
Gebärden-Sprache kann helfen.
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Barriere-Freiheit hilft vielen Menschen.
Menschen können leichter mitmachen.
Menschen können mehr selbst entscheiden.
Und Menschen können selbstständiger sein.
Barriere-Freiheit ist gut für alle Menschen.
Sie macht das Leben einfacher.
Und sie hilft, dass alle dazugehören.
Hinweis: Dieser Text orientiert sich an den Regeln der Leichten Sprache. Er wurde nicht von Menschen mit Lernschwierigkeiten geprüft.
Die vielfältigen Recherchen für die Reihe "Kirche ohne Barrieren" hat Maret Zedler (FÖJ bei der Infostelle Klimagerechtigkeit) durchgeführt.